Montag, 17. April 2017

IGA 2017 - Gottesdienst in der Arena

Christen in der Arena gab es schon vor 1900 Jahren in Rom. Der heutige Aufenthalt in der Arena war nicht ganz so gefährlich und kostete statt der körperlichen Unversehrtheit je nach Personengruppe bis zu 90 Euro.



Die IGA 2017 Internationale Gartenausstellung war am Gründonnerstag in Berlin-Marzahn eröffnet worden. Wo vor drei Tagen der Bundespräsident und die Altrocker-Band Karat auf der Bühne standen, agierten heute der Gospelchor "Bona Deus" und die Band "Patchwork". Patchwork wird inzwischen wohl mehr auf eine weit verbreitete Familienform als auf eine Decke aus verschiedenen Stoffteilen bezogen.

Ökumenischer Gottesdienst

Der ökumenische Ostergottesdienst unter dem Titel "O Happy Day" war schon im März angekündigt worden. Es wurden vergünstigte Karten vermittelt, so dass es 2.500 Vorverkäufe gab. Das entspricht der Hälfte der geladenen Gäste zur Eröffnung am Gründonnerstag.

Das Wetter war jedoch genauso durchwachsen wie vor drei Tagen, so dass nur etwa ein Drittel der Ticketinhaber in der Arena erschienen waren. Den Altersdurchschnitt schätzten wir auf fünfzig. Während kurzer Schauer wurden bunte Regenfolien übergestreift. Die Helfer mit ihren gelben Jacken waren dennoch gut zu erkennen. Zu Beginn hatten sie kleine Faltblättchen mit den Liedtexten und dem Gottesdienstablauf verteilt. Am Ende halfen sie an den Gebetsstationen. Es wurde Weihrauch verbrannt und hüllte die Arena in den Gärten der Welt in seinen markanten Duft.

Osterhase und Osterbotschaft

Die Halleluja-Rufe von der Bühne erinnerten an den Münchner Engel Aloisius beim "Frohlocken". Die vorderen Blocks gingen nach wiederholtem und lauter werdendem "Halleluja" willig mit. Der Moderator, Pastor einer Berliner Baptistengemeinde, wirkte etwas unvorbereitet und teilte seiner ökumenischen Zuhörerschaft freudig mit, dass der Osterhase die Osterbotschaft bringe. In diesem Zusammenhang könnte der Lehrplan der Theologischen Hochschule Elstal etwas nachjustiert werden.

Der Gärtner

Anschließend trat weder der Osterhase noch einer der pelzigen Freunde, die während der IGA zum Fotoshooting animieren, auf die Bühne, sondern Probst Dr. Christian Stäblein von der EKBO. Er trug einen schwarzen Talar und ein großes silbernes Kreuz um den Hals.

Er hielt eine sehr anschauliche Predigt. Es ging um Johannes 20, 11-18 mit Maria und ihrer Annahme, Jesus sei der Gärtner. Der Gärtner kümmere sich um das Leben und der Gärtner entsorge tote Pflanzen oder gelegentlich auch andere Tote. Es sei allgemeines Klischee, dass der Gärtner insbesondere in britischen Krimis der Mörder sei. Jesus sei als Gärtner auch zum Mörder geworden. Er habe den Tod getötet. Eine spitzfindige Pointe zu diesem Bibeltext und eine gelungene Brücke zur IGA 2017.

Apropos Brücke

Da die Eintrittskarten für den Besuch der gesamten Ausstellung galten, hatten wir vorab einige Stationen in den Gärten der Welt besucht. Besonderes Interesse bestand an der kunstvoll gestalteten Friedhofslandschaft. Beide Omas hatten innerhalb der letzten zwei Jahre Abschied von ihren Ehepartnern nehmen müssen. Auf einer Bank neben den Grabsteinen aßen wir selbst gebackene Schokokekse und Bouletten.

Dann liefen wir zur Seilbahn und ließen uns über den Kienberg nach Hellersdorf gondeln. Anstehen sowie Hin- und Rückfahrt hatten insgesamt nur zwanzig Minuten gedauert, so dass wir tatsächlich fünf Minuten vor Gottesdienstbeginn in der Arena saßen.

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