Sonntag, 13. November 2016

Familienkonferenz

Auf unserer Eltern-Kind-Kur im Sauerland hatten wir viele gute Anregungen für den Familien-Alltag bekommen. Eine davon war die Etablierung einer Familienkonferenz.



Schon während unserer Kur im Juli kauften wir in der nächst größeren Stadt ein dickeres Notizbuch im A4-Format. Damit wurde der greifbare Grundstein für die Einführung der Familienkonferenz gelegt. In einem der Erziehungsseminare hatte die Referentin von ihren guten Erfahrungen mit der Familienkonferenz berichtet. Sie hatte deutlich mehr Kinder im Haushalt und konnte mit diesem Instrument ein geeignetes Podium schaffen, bei dem alle Akteure der Familie gleichberechtigt zu Wort kommen und Entscheidungen gemeinsam getroffen werden.

Wir legten einen wöchentlichen Turnus fest, den wir seit dem sechsten August mehr oder weniger konsequent eingehalten haben. Bei vier Personen lassen sich die Aufgaben sehr gut verteilen. Im Rotationsprinzip bedienen wir folgende Arbeitsbereiche:

1) Agenda und Leitung
2) Protokoll
3) Catering (Tisch decken und für Essen, Trinken, Knabbereien sorgen)
4) Aufräumen (Tisch abräumen und Ausgangszustand des Zimmers wieder herstellen)

Der nächste Termin und die Aufgabenverteilung werden am Ende jeder Konferenz festgelegt und in das Buch geschrieben. So kann man im Zweifelsfall immer wieder nachschlagen und auch der Papa kann sich nicht vor dem Catering drücken.

Am sechsten November, also drei Monate nach Start, fand die elfte Familienkonferenz statt. Das spricht schon einmal für die Regelmäßigkeit. Meine Frau war für Agenda und Leitung zuständig, die Kinder für Catering und Aufräumen und ich für das Protokoll. Nach einer Gebetsrunde mit aktuellen Themen kamen wir zu TOP2: "Gottesdienste". Es wurde der Vorschlag unterbreitet, dass wir jetzt ein bis dreimal im Monat zu Saddleback fahren, da der SYM Saddleback Youth Ministry wohl gut zu unseren Teenagern passe. Auch die Predigten hatten bisher immer einen wertvollen und im Alltag umsetzbaren Inhalt. Deshalb stimmte ich zu, obwohl sich noch diverse weitere Gemeinden auf der Church-Checker-Agenda befinden.

Es ging dann noch um eine E-Ukulele, die Handbrems-Reparatur bei unserem Volvo, die vielen Termine der bevorstehenden Woche, den Lehrersprechtag und das Taschengeld. Wenn die Diskussion hitziger wurde oder in humoristische Exkurse abglitt, nutzen wir eine Art Erzählstein, so dass immer nur ein Familienmitglied zur gleichen Zeit reden durfte. Auf diese Weise wurde jeder gehört und wir entwickelten gemeinsam einen Konsens.

Nach über einer Stunde war die Agenda mit insgesamt acht Punkten durchthematisiert. Sonstige Tagesordnungspunkte gab es diesmal nicht. Abschließend konnten wir den Termin und die Aufgaben für die nächste Familienkonferenz festlegen.

Heute jedenfalls besuchen wir, wie in der elften Konferenz festgelegt, wieder die Saddleback Church in der Kalkscheune.

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