Dienstag, 7. März 2017

Rennst du noch oder lebst du schon?

Wenn ich einen bestimmten Terminus innerhalb der Familie verwende, denken alle sofort an ein skandinavisches Möbelhaus in unserer Nähe. Birgit Sych hat deren Werbeslogan als treffenden Titel für ein Buch über Zeit umformuliert.



Die eine Kundenrezension bei Amazon mit nur zwei Sternen deutet auf das Buch einer gelangweilten Hausfrau für gelangweilte Hausfrauen hin. Davon muss es in Deutschland sehr viele geben, da das Buch "Rennst du noch oder lebst du schon?" seit 2005 bereits in der siebten Auflage erschienen ist.

Rennst du noch oder lebst du schon - Birgit Sych
Die siebzig Seiten über Zeit und den sinnvollen Umgang damit sind leichte Kost, die in relativ kurzer Zeit aufgenommen und verdaut werden kann. Das Buch eignet sich gut zur Vorbereitung von Andachten und gibt Denkanstöße für verschiedene Lebenssituationen.

Birgit Sych geht auf die unterschiedliche Handhabung der Zeit in unterschiedlichen gesellschaftlichen und ethnischen Kontexten ein, arbeitet ein klares Wohlstandsgefälle bei Be- und Entschleunigung heraus und redet über den Wert von Pausen.

Als Eheberaterin bringt sie viele Beispiele aus dem eigenen Familienalltag ein. Die Powerfrau im Lehramt rast selbst wie aufgedreht durch das Leben und kann ein Ausbremsen nur schwer ertragen. Von ihrem Mann wird sie deshalb liebevoll als "Stressperle" bezeichnet. Er trägt es mit Ruhe und Fassung. Die Autorin steht also selbst in der ständigen Herausforderung, ihren Tagesablauf zu entschleunigen und Momente des Innehaltens zu genießen.

Sie gibt Tipps für den Umgang mit Telefonanrufen während des Abendbrotes, redet über das Delegieren von Aufgaben, über Multitasking und das unpopuläre Nein-Sagen.

Interessant fand ich den deutlichen Vergleich von Zeit und Geld. Zeit könne man verschwenden, gewinnen, sparen, verlieren oder verschenken. Für das Lesen des Buches hatte ich in Summe etwa zwei Stunden investiert.

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