Sonntag, 19. November 2017

Volkstrauertag - Ewigkeitssonntag - 1. Advent

Der heutige 19. November fällt mit dem Volkstrauertag zusammen. Ein bedeutungsvoller Tag für unsere Familie, der Geschichte und Gegenwart verbindet.



Der Volkstrauertag wurde 1919 als Gedenktag vorgeschlagen und erstmalig am 1. März 1925 begangen. Bis 1951 fand der Volkstrauertag im Februar oder März statt - Reminiscere, dem fünften Sonntag vor Ostern. 1952 wurde er auf den zweiten Sonntag vor dem ersten Advent gelegt. Gedacht wird insbesondere an die Menschen, die durch Krieg und Gewalteinwirkung ums Leben gekommen sind.

Im Dritten Reich wurde der Tag auf den 16. März festgelegt. Am 16. März 1935 war die Wehrpflicht reaktiviert worden und damit ein passender Anlass, von der christlichen Zeitrechnung abzuweichen.

Volkstrauertag 2017 Neue Wache Kranzniederlegung
Volkstrauertag 2017 - Neue Wache - Kranzniederlegung
Volkstrauertag - Ewigkeitssonntag - 1. Advent

Der Volkstrauertag ist nicht zu verwechseln mit dem Totensonntag. Der Totensonntag - auch Ewigkeitssonntag genannt - ist ein evangelischer Gedenktag an die Verstorbenen - egal, in welcher Form sie abgelebt waren. Der Ewigkeitssonntag findet am letzten Sonntag des Kirchenjahres, also am Sonntag vor dem ersten Advent, statt. So ergibt sich die zeitliche Abfolge: Volkstrauertag, Ewigkeitssonntag, 1.Advent.

19. November

Die Eltern meiner Frau waren beide an einem 19. November geboren. 2016 feierte meine Schwiegermutter das erste Mal in Schwarz und ohne ihren Mann. Er war wenige Tage zuvor gestorben. Auch in diesem Jahr war es sehr knapp: Fast wären meine Schwiegermutter und ich nicht dabei gewesen.

Zum Volkstrauertag oder dem Ewigkeitssonntag habe ich keine besondere Beziehung. Warum auch? Von den Taten und Persönlichkeiten der Verstorbenen können wir einige Dinge lernen. Wir können uns an gemeinsame Erlebnisse erinnern und dann wieder unserem Alltag zuwenden. Ein Teil von ihnen lebt ja als DNA in uns weiter.

19. November 2017

Im Gottesdienst trafen wir einen Pastor, den wir noch aus früheren Zeiten kannten. Trauer über Vergangenes? Nein, stilles Verständnis. Nach dem Gottesdienst eilte ich zur Neuen Wache. Bei klirrender Kälte und schneidendem Wind trugen Minister und Präsidenten Kränze in einen LED-beleuchteten Raum. Wo einst die "Ewige Flamme" loderte, sitzt nun eine Mutter mit ihrem toten Sohn. Keine Pieta mit der kreuzförmig angeordneten Maria, die Jesus festhält, sondern eine Mutter des 20. Jahrhunderts, die ebenfalls um ihren Sohn trauert.

Danach trafen wir uns beim Thailänder und starteten in den Geburts-Tag meiner Schwiegermutter. Die Tage, an denen sie Schwarz trägt, werden immer weniger. Den Gang zum Friedhof hatte sie schon gestern absolviert. Heute standen nur noch Kaffee trinken, Abendessen und Gemeinschaft mit der Familie auf dem Programm.

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