Freitag, 22. April 2016

97 Prozent

Mindestens 97 Prozent aller Christen sind zu einem Leben im normalen Alltag berufen. Dort sollen Sie das biblische Prinzip von Salz und Licht leben. Robert Fraser setzt sich mit Berufung und Effektivität auseinander und ermutigt zum Bau des Reiches Gottes außerhalb der Gemeinde.



An mehreren Stellen des Neuen Testamentes lesen wir, dass die Gemeinde mit einem Organismus zu vergleichen ist. Es gibt verschiedene Begabungen in verschiedener Intensität und diese Begabungen sind so verschieden, dass eine gegenseitige Ergänzung notwendig ist. Begabungen, Defizite und gegenseitige Ergänzung stellen also ein elementares Prinzip von Gemeinde Jesu dar.

Wie sieht das in der Praxis aus? Sind Berufung und Begabungen nur für den innerkirchlichen Gebrauch bestimmt? Muss ein Pastor alle Körperteile des Leibes Christi personifizieren? Was, wenn der freundliche Begrüßungsdienst zum Netzwerker in einem Business Club berufen ist? Was, wenn die Mitarbeiterin des Kindergottesdienstes als positiv berichtende Journalistin berufen ist? Was, wenn ein Pastor gar nicht vollzeitlich für gemeindeinterne Dinge berufen ist, sondern für die Tätigkeit in einem "normalen" Beruf wie Bauingenieur, Klempner oder Inhaber eines IT-Unternehmens?

Genau diesen Fragen geht Robert Fraser in seinem Buch "97 Prozent - Das Reich Gottes außerhalb der Gemeinde bauen" nach. Dabei zieht sich seine eigene Lebensgeschichte und Berufungsfindung durch alle 170 Seiten. Er schreibt über Fehlentscheidungen, Fehlplatzierungen und die positiven Ergebnisse beim Leben in der Berufung. Dazu sind jedoch einige traditionelle Denkmuster zu korrigieren.

97 Prozent - Das Reich Gottes außerhalb der Gemeinde bauen
Das Buch macht bewusst, dass sich christliches Leben und Vorbildwirkung den größten Teil der Woche außerhalb der Gemeinde abspielt. Es geht um das Verhältnis zu nichtchristlichen Mitarbeitern, Vorgesetzten, Freunden und Nachbarn. Es geht um Christsein in der natürlichen Umgebung des Alltags und einen geschärften Blick für das, was Jesus gerade dort bewegen möchte. Zur richtigen Zeit am richtigen Platz sein hat nichts mit dem Badehandtuch auf dem Stuhl in der zweiten Reihe des Gemeindesaales zu tun, sondern mit aktivem Hören auf die Stimme Gottes.

Es ist ein ermutigendes und aufbauendes Buch für Christen, die voll im Alltag stehen und trotz regelmäßiger Gemeindebesuche geistlich unterernährt sind. Es hilft, die persönliche Berufung zu erfragen oder nach zu justieren.

Da Robert Fraser seine pastorale Berufung als IT-Unternehmer lebt, schrappt das Buch an einigen Stellen am Wohlstandsevangelium vorbei, bekommt aber immer wieder gut die Kurve. Es vermittelt Geld als Werkzeug, das weise und verantwortungsvoll zum Bau des Reiches Gottes zu nutzen sei. Zudem wird eine klare Unterscheidung zwischen vergänglichem und ewigem Reichtum vorgenommen und mit Freude festgestellt, dass vergänglicher Reichtum zur Schaffung ewigen Reichtums genutzt werden kann.

Ein Bibelvers aus Kolosser 3 Vers 23 blieb besonders bei mir hängen:

"Alles, was ihr zu tun habt, das leistet mit willigem Herzen, als gälte es dem Herrn und nicht den Menschen".

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